Antwort an den Senat vom 04.02.09

In diesem Wortlaut erfolgte dann wenig später die Antwort:

“… entnehmen wir Ihrer Antwort, daß die Tür seitens des Senates nicht grundsätzlich “zu” ist, sondern durchaus am Horizont ein gemeinsames Ziel stehen könnte.

Dieser hoffentlich nicht fehlinterpretierte Umstand gibt natürlich Anlass für neue Hoffnung.

Die Punkte:

1. Die in Betracht kommenden Standorte
2. Ver- und Entsorgung
3. Kosten

1. Die in Betracht kommenden Standorte:

In der Tat ist der Standort Kirchenpauerkai nicht uninteressant, jedoch ist er voraussichtlich erst ab dem Jahr 2015 erschlossen und landseitig bis dahin nur sehr eingeschränkt zu erreichen.

Doch könnte schon mit dem Datum der Brückenfreigabe der Besucherstrom besser an das Schiff geleitet werden, so daß nicht bis zur vollständigen Erschließung dieses Geländes gewartet werden müsste. Bis zu diesem Datum ist also eine Zeit von etwa 4 bis 6 Jahren zu überbrücken.

Einmal die Ver- und Entsorgung außer Acht gelassen, steht vor allem im Vordergrund, die Zugänglichkeit für das Publikum bzw. Hotelgäste und Besucher herzustellen. Dieses ist in im Hinblick auf die zu erwartende Besuchermenge in den ersten Wochen eine besondere Herausforderung.

Zumindest Übergangsweise – in einem Zeitraum von ggf. einigen wenigen Wochen sollte es doch möglich sein, einen Liegeplatz z.B. an der Überseebrücke bereitzustellen.

Die weiterführende Übergangslösung könnte dann analog zur Technik erfolgen, die auch bei der Cap San Diego angewendet wurde. Setzt man nun beispielsweise an der Seite der Elbphilharmonie oder am Strandkai zwei Pfosten bzw. Dalben ein, an denen übergangsweise die TS HAMBURG liegen könnte, schafft man hier nicht nur ein gutes Provisorium, sondern auch eine Symbiose aus zwei markanten Objekten bzw. dem im Aufbau befindlichen neuen Stadtteil, der HafenCity.

In einem Zug schafft man dann auch die Möglichkeit, im Falle von etwaigen späteren Überholungsarbeiten an der Überseebrücke oder im Rahmen von Sondereinsätzen auch einmal die Cap San Diego an diesen temporären Ort legen zu können.

Man schafft mit dieser Lösung also auch gleich noch eine Ausweichmöglichkeit für dieses historische Schiff!

Eine Ausweichstelle wird geschaffen, die dann im Falle von Bedenken bezüglich der Einzelwirkung der Elb-Philharmonie noch vor ihrer Inbetriebnahme wieder geräumt ist. Etwaiger Widerstand sollte damit vermeidbar sein.

Natürlich können solche Dalben auch an anderer, guter Stelle eingesetzt werden. Dieses sollte in allen betreffenden Gremien noch einmal in einem Dialog erörtert werden, solange die grundsätzliche Bereitschaft seitens des Senates besteht, weiterhin an einer Lösung zu arbeiten. Voraussetzung ist hierbei aber nach wie vor die Erreichbarkeit des Schiffes, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen.

Letztendlicher Liegeplatz:

Um die teure Ausbaggerung der vorgeschlagenen Liegeplätze zu umgehen, könnte alternativ die TS HAMBURG auch an der Südseite des Kirchenpauerkai an Dalben liegen, 5 Meter von der Kaimauer entfernt – demnach also im Elbstrom an einer Stelle, die einen ausreichenden Tiefgang aufweist. Dieser Liegeplatz ist nur geringfügig weiter gelegen als einer der vorgeschlagenen Liegeplätze.

Der von der Behörde vorgeschlagene Platz am Kirchenpauerkai wiederum könnte dann einer anderen Verwendung zugeführt werden, bei der ein Ausbaggern nicht notwendig ist – man nehme z.B. das Auflegen eines Wasserfahrzeuges mit weniger Tiefgang.

Durch das Auflegen der TS HAMBURG an Dalben würde im Übrigen das Befestigen der Kaianlage nicht mehr notwendig werden, da die Belastungen auf die Dalben und eben nicht mehr auf die Kaianlage einwirken.

2. Ver- und Entsorgung

Die Investition in diese Bereiche ist durch die Investoren bereits einkalkuliert. An einem temporären Ort an der Überseebrücke sowie dann an der Philharmonie kann die Versorgung mit Frischwasser und die Entsorgung des Abwassers seeseitig mit Versorgerschiffen erfolgen, wie es allgemein im Hafen nicht unüblich ist.

Daher ist für einen temporären Liegeplatz einzig der Aspekt der Stromversorgung zu klären. Am letztendlichen Liegeplatz können dann im Zuge der Erschließung alle erforderlichen Landanschlüsse vorbereitet werden.

Ich bitte Sie bei der Betrachtung der möglichen Alternativen die Größe des Schiffes aus einer anderen Perspektive zu sehen:

Zwar beträgt die Länge der TS HAMBURG über 195 Meter – jedoch ist dieses Schiff nicht mit den modernen “schwimmenden Würfeln” vergleichbar! Dieses Schiff hat bedingt durch die elegante Linienführung an vielen Stellen eine geringe Rumpf- und Aufbautenhöhe. Dadurch wird die Beschattung nur unwesentlich ausfallen, von einer Verbauung kann demnach nicht gesprochen werden.

3. Kosten

Es ist noch einmal deutlich zu betonen: die landseitigen Anschlüsse - wie bereits angesprochen, sind in der Kalkulation der Investoren inkludiert. Der Antrag gilt lediglich einer Liegeplatzgarantie zu vertretbaren Kosten.

Ein Angebot wie im Falle der Cap San Diego mit 10.000 € p.A. ist durchaus akzeptabel und auch gerechtfertigt. Ziel war es nicht, die Investition mit staatlichen Mittel zu stützen, ein Engagement der Hansestadt Hamburg war NICHT Thema der Initiative.

Das Antwortschreiben auf die Anfrage ließ jedoch die Investoren glauben, erst einmal mit nicht unerheblichen Kosten zur Aufgabe gezwungen zu werden. Es entstand ein Eindruck, daß dieses Schiff unter keinen Umständen nach Hamburg zurückkehren dürfe.

Dieses Schiff wird im Konzept zwar als Hotelschiff geführt. Jedoch steht vor allem im Vordergrund, eine schwimmende Historie nach Hamburg zurückzuführen und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Hierbei steht die museale Verwendung genau so im Vordergrund wie der gesellschaftliche Teil.

Viele Bereiche und Zonen des Schiffes würden kostenfrei zu betreten sein. In einigen Kabinen könnten Ausstellungen und dauerhafte Darstellungen auch zur Deutschen Geschichte gezeigt werden.

Stellen Sie sich bitte einen Raum vor, in dem ähnlich dem Wachsfigurenkabinett von Madame Tussaud ein Gespräch zwischen Gorbatschow und Bush sen. mit lebensgroßen Wachsfiguren dargestellt wird, wie es anlässlich der Wiedervereinigung Deutschlands im Jahre 1989 vor Malta stattfand – inklusive einer umfassenden Darstellung der Geschehnisse in der Zeit kurz vor und nach der Wiedervereinigung Deutschlands.

Es gibt unzählige Ansätze, nicht nur einen florierenden Wirtschaftsbetrieb zu garantieren (sofern ein gut erschlossener Liegeplatz zur Verfügung stünde), auch der öffentliche Charakter als schwimmender, kleiner Stadtteil Hamburgs mit seinen vielen sozialen Facetten kann hervorragend in Szene gesetzt werden.

Daher bitte ich Sie, die Gespräche und Verhandlungen erneut aufzunehmen und unser gemeinsames Ziel nicht aus den Augen zu verlieren, die TS HAMBURG nicht aufzugeben.

In Hinblick auf die Fortsetzung der Fahrt nach Indien ist der zeitliche Rahmen leider nicht unbeschränkt – daher würde es uns sehr freuen, wenn ein zeitnahes Signal gesetzt werden könnte …”

weiter…